Orkan "Kyrill"

Donnerstag, 18.01.2007

Der Wetterbericht kündet ab dem Nachmittag den Orkan „Kyrill“ mit einer Windstärke 12 für ganz Deutschland an.

12.05 Uhr: Vorsorglich wird der Unterricht nach der 5. Stunde beendet.

ab 15.00 Uhr: Windstärke und Regen nehmen zu. Morsche Äste werden von den Bäumen gerissen. Die Riesenallee wird unpassierbar.

gegen 17.30 Uhr: Die ersten Bäume im Park sind durch die Macht des Orkans umgeweht. Eine große Douglasfichte zerstört 1/3 der Überdachung im Park. Die Wurzeln des Baumes haben einen Durchmesser von ca. 8 m. Eine Fichte fällt im Park links von der Brücke in die Düte. Weitere Bäume werden durch die Macht des Sturmes entwurzelt, Äste brechen ab. Es ist gefährlich, durch den Park zu gehen.

19.45 Uhr: Wir machen einen Kontrollgang um die Schule. Nichts deutet auf eine Überschwemmung hin. Wir können noch trockenen Fußes in die „Obstwiese“ gehen.

20.15 Uhr: Sr. D.M. geht in den Keller der Schule. Das Wasser steht bereits einen halben Meter hoch und strömt durch Tür- und Fensterritzen mit Gewalt in den Keller. Das Telefon funktioniert nicht mehr. Die Lichtanlage kann nicht geschaltet werden. Das Wasser löst die Alarmanlage aus. Die Feuerwehr wird benachrichtigt.

20.35 Uhr: Die Berufs- und Freiw. Feuerwehr trifft ein. Alle schauen ohnmächtig zu, wie das Wasser steigt. Abhilfe ist nicht möglich. Der Keller ist bis zur Decke überflutet (ca. 2,80 m hoch). Auch im Treppenhaus des Kellergeschosses steigt das Wasser.

21.00 Uhr: Die Feuerwehr fordert Verstärkung (THW) und Sandsäcke an. Das Wasser im Treppenhaus steigt zwar weiterhin, jetzt aber langsamer. Das gesamte Areal zwischen Schule und von Korff-Allee ist überflutet, auch die Obstwiese, nicht aber der Bauerngarten und der Pausenhof. Das Wasser steht an der Schule bis zu einem halben Meter hoch.

21.30 Uhr: Die Räume des Flures im Erdgeschoss werden vorsorglich geräumt.

21.30 Uhr: Der NDR und andere Radiostationen werden benachrichtigt, um die Meldung zu verbreiten, dass am Freitag der Unterricht ausfällt.

22.00 Uhr: Weitere Bäume sind im Park umgestürzt. Eine Fichte hat das Dach des gerade neu renovierten Wintergartens unseres Nachbarn durchschlagen. Eine Fichte ist quer auf den Steinweg zur Schule gestürzt. Ein dicker Ast blockiert die Rundfahrt um das Schloss. Die Außenbeleuchtung im Park funktioniert nicht mehr. Die Schule ist nur noch von der der von-Korff-Allee erreichbar.

23.30 Uhr: Der Wasserstand ist nur noch knapp 2 Stufen vom Erdgeschoss entfernt.

23.45 Uhr: Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Herr Gehle, informiert Presse und Rundfunk über den Unterrichtsausfall am Freitag.


Freitag, 23.01.2007

00.00 Uhr: Sandsäcke werden geliefert und vor der letzten Stufe gelagert.

00.15 Uhr: Das Wasser beginnt langsam zu sinken.

01.15 Uhr: Die Feuerwehr fährt wieder weg. Wir werden beauftragt, gegen 3.00 Uhr zu kontrollieren, ob Gas ausströmt. Der Keller steht unter Strom. Lampen, die in der Schule brennen, lassen sich nicht schalten, andere können nicht eingeschaltet werden.

3.00 Uhr: Kontrolle: Der Wasserpegel sinkt weiterhin. Gasgeruch ist nicht feststellbar.

8.00 Uhr: Bei Tagesanbruch werden die verheerenden Auswirkungen des Orkans „Kyrill“ erst deutlich. Der Park ist verwüstet. Cirka 25 Bäume sind umgestürzt und viele Äste abgebrochen oder geknickt. Der völlig durchnässte Boden und die Wasserpfützen machen den Park unpassierbar.

9.00 Uhr: Herr Werner von den Stadtwerken stellt die Stromzufuhr zur Schule ab. Die Berufsfeuerwehr und das THW kommen mit 2 Pumpen und beginnen, das Wasser aus dem Keller zu pumpen. Die „NOZ“ informiert sich über die Auswirkungen des Orkantiefs „Kyrill“.

17.00 Uhr: Die Arbeit der Feuerwehr und des THW’s ist endlich beendet. Über 700 m3 Wasser sind aus dem Keller gepumpt worden.

Jetzt erst wird bei einem ersten Gang durch den Keller das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Es zeigt sich ein Bild des Grauens und der Verwüstung. Die Macht des Wassers hat Türen und Einrichtungsgegenstände zerstört. In den Räumen liegen Mobiliar und Materialien kreuz und quer durcheinander. Selbst schwere Schränke sind von den Wänden gerissen und Gegenstände durch den Raum geschleudert. Es scheint, als sei nichts heil geblieben. Heizung, Telefonzentrale und Stromverteiler sind zerstört.


Samstag, 20.01.07

3.00 Uhr: Eine Kontrolle des Kellerraumes, in dem die Elektroanlage untergebracht ist, zeigt, dass sich dieser Raum nicht wieder aufgeheizt hat. Die NOZ berichtet unter der Überschrift „Wie nach einem Hurrikan“ über das Orkantief „Kyrill“, insbesondere auch über die Auswirkungen auf unserem Gelände.

Presse und Rundfunk werden benachrichtigt, dass am Montag und Dienstag der Unterricht ausfallen muss. Die technischen Anlagen können nach Aussagen der Fachleute bis Mittwoch, 24.01.07, nur provisorisch wieder in Betrieb genommen werden. Viele Besucher und Kolleginnen/Kollegen kommen, um das Ausmaß der Zerstörung zu sehen.

Immer wieder bieten Menschen ihre Hilfe an. Vertreter der kath. Kirchengemeinde Sutthausen und des Bürgervereins entwickeln Hilfspläne und zeigen Möglichkeiten der Unterstützung auf Hilfe.

Die Fotos zeigen einen Teil des Ausmaßes der Zerstörung, die Wucht des Wassers.